Mit dem Namen „Fürstenhof“
knüpft das neue Sympathie-Hotel an die große Zeit des
„aristokratischen Kurbetriebes“ von der Gründung
des Bades seit 1817 bis zum Jahre 1918 an. Besonders in
den Jahren vor 1914 gehörte Bad Kreuznach zu den bekanntesten
deutschen Heilbädern.
Wenige Jahre nach dem Bau des ersten Kurhauses entstand auch der
„Englische Hof“. In optimaler Lage
nahm er den Platz gegenüber dem Kurhaus ein.
Das Hotel trug zunächst den Namen „Englischer Hof“
oder für das internationale Publikum „Hotel Angleterre“.
Damit zollte man der Tatsache Tribut, dass sehr viele englische
Kurgäste das Heilbad Kreuznach besuchten. Sie waren es auch,
die im 19. Jahrhundert den verfallenen Chor der Pauluskirche renovierten
und als „Englische Kapelle“ herrichteten.
Erst im Laufe des Ersten Weltkrieges hat man das Hotel „Englischer
Hof“ nach einem Umbau in „Fürstenhof“
umbenannt – wohl aus politischen Gründen.
Der Fürstenhof wies eine Höhe von drei Vollgeschossen
und einem Dachgeschoss auf. Der Hotelbau erstreckte sich über
einen Großteil der Front entlang der Kurhausstraße,
die heute als Parkplatz dient. Daher heißt dieser Parkplatz
umgangssprachlich „Fürstenhofplatz“. Die repräsentative
Fassade war mit reicher Ornamentik und Balkons versehen und wurde
von einem Turmaufsatz gekrönt.
Schon während des Ersten Weltkrieges wurde die Kur Opfer des
Militärs. Zunächst beschlagnahmte der Generalstab alle
Hotels, so auch den Fürstenhof, für das Große
Hauptquartier, das in den Jahren 1918/1919 den Krieg der
Verbündeten leitete.
Nach dem Krieg besetzten französische Truppen
das gesamte Kurgebiet. Diese Zeit hat das Hotel Fürstenhof
ebenso wenig überlebt wie das Hotel Oranienhof. Beide wurden
in den dreißiger Jahren abgerissen.
Die Lücke schloss im Jahre 1955 der Neubau
der Rheumaklinik. Die Klinik erstreckte sich, wie das heutige
Sympathie-Hotel Fürstenhof, zwischen Dr.-Alfons-Gamp-Straße
(so der Name des ersten Chefarztes) und der heutigen Freifläche
gegenüber dem Kurhaus.
Wie einst Philipp Baum – der Erbauer des Hotels Englischer
Hof – bringen heute Gojko und Monika Loncar,
die Eigentümer der Sympathie-Hotels, den Mut mit, an dieser
Stelle wieder ein großes Hotel mit den hohen Standards eines
Vier-Sterne-Hauses zu betreiben.
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